Das neue Drohnengesetz der EU – Die wichtigsten Vorgaben vorab

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Von Andy

Die neue Neue Drohnenverordnung der EU

Es ist einmal wieder soweit. Die EU Kommission beglückt uns mit neuen Drohnengesetzen.

Noch ist nichts in Stein gemeißelt, doch das neue Gesetz für den unbemannten Flugverkehr wird kommen und ist bereits in Arbeit.

Die große Frage ist nur noch, wann kommt es? Bereits jetzt hinkt die EU dem Plan für die neuen Drohnengesetze zeitlich hinterher.

Nachdem alle Drohnenpiloten sich bereits mit der neuen Drohnenverordnung 2017 auseinandersetzen mussten, schiebt die EU nun voraussichtlich zwei bis zweieinhalb Jahre später weitere Gesetze nach.

Auch diesmal die ist nicht alles bis ins kleinste Detail vorgegeben. Das Mindestalter beispielsweise kann nach wie vor von den einzelnen EU Mitgliedsstaaten eigenständig bestimmt werden. Trotz der an sich guten Absicht, einheitliche Regeln für ganz Europa zu erschaffen, werden Drohnenfans, welche innerhalb Europas mit ihrer Drohne im Urlaub fliegen wollen, sich auch zu zukünftig über die Drohnengesetze und einzelnen Bestimmungen vor Ort informieren müssen.

 

An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass die nachfolgenden Informationen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gültig sind und nach wie vor die neue Drohnenverordnung von 2017 für das Fliegen von Drohnen in Kraft ist.

 

Was für neue Gesetze kommen da auf uns zu?

Doch nun zum eigentlichen Thema. Welche Regeln und Gesetze kommen von Seiten der EU für das Fliegen von Drohnen voraussichtlich auf uns zu?

Ziel der neuen Drohnengesetze ist die europaweite Vereinheitlichung der Richtlinien zum Fliegen von Drohnen. Es soll für alle Drohnenpiloten übersichtlicher werden. Ob das glücken wird, bleibt abzuwarten.

Bis jetzt wissen wir aufgrund der bisherigen Veröffentlichungen der European Union Safety Agency kurz EASA, dass es drei Kategorien beziehungsweise Anwendungsszenarien für den Drohnenflug geben soll.

 

Und zwar sind es die folgenden:

Open (Offen)

In der offenen Kategorie gibt es zudem noch drei Unterkategorien.

Die Unterkategorien A1, A2 und A3.

(Die genaue Erläuterung findest du weiter unten.)

Specific (Spezifisch)

Certified (Zertifiziert)

 

Zusätzlich zu den bisher genannten Anwendungsszenarien und Kategorie wird es noch verschiedene Drohnenklassen geben. Diese stellen gewisse Risikokategorien dar.

C0, C1, C2, C3 & C4.

 

Zunächst gehe ich kurz auf die Anwendungsszenarien mit den Unterkategorien ein, um anschließend die Drohnenklassen bzw. Risikokategorien zu umreißen.

 

Open

Worauf kommt in dieser Kategorie an und was sind die einzelnen Bestimmungen?

Die offene Kategorie, wie der Name schon vermuten lässt, ist für Drohnenflüge mit geringem Risiko gedacht. Die maximale Flughöhe soll 120 m nicht überschreiten und es soll nur in Sichtweite geflogen werden dürfen.

Weiter soll Versicherungspflicht für Drohnenflüge in dieser Kategorie bestehen.

Auch die bereits bekannte Drohnenplakette soll weiterhin Vorschrift sein und bleiben. Zusätzlich wird auf diese jedoch die Registrierungsnummer des Drohnenpiloten aufgedruckt sein müssen. Diese Regel betrifft alle Drohnen ab Klasse C1.

Zu den Drohnenklassen der neuen Gesetzgebung findest du weiter unten ausführlichere Informationen.

Zudem ist auch, wie bereits in Deutschland und den meisten anderen Ländern jetzt schon Pflicht, Abstand zu Flughäfen, Flugplätzen, Menschenansammlungen, Rettungseinsätzen, Energieanlagen, Gefängnissen und Militäranlagen und vielen anderen Örtlichkeiten einzuhalten.

Grundsätzlich ist in dieser offenen Kategorie nicht viel Neues verglichen mit der Drohnenverordnung von 2017 zu erwarten.

 

Neu werden jedoch die drei Unterkategorien, welche der offenen Kategorie zugeordnet sind, sein.

 

Kategorie A1

Mit der Drohne über Personen fliegen. (Nicht über Menschenansammlungen)

Kategorie A2

Mit der Drohne in der Nähe von Menschen fliegen, wobei sichere Entfernung eingehalten wird.

Kategorie A3

Drohnenflug weit entfernt von Menschen.

 

Für welche Art von Drohnenflug diese drei Kategorien jeweils Relevanz besitzen, ergibt sich aus den Drohnenklassen / Risikoklassen C0 bis C4. Weitere Informationen zu den Risikoklassen findest du weiter unten.

 

Specific

Die spezifische Kategorie ist für Drohnenflüge mit etwas höheren Risiko als in der offenen Kategorie gedacht.

Außerdem findet sie Anwendungen in den Fällen, wo Bestimmungen der offenen Kategorie überschritten werden.

In dieser spezifischen Kategorie sind individuelle Genehmigungen für das Fliegen von Drohnen erforderlich.

Um das Fliegen in der spezifischen Kategorie zu erleichtern, sind gewisse Standardszenarien in Planung, welche ohne spezielle Genehmigung geflogen werden dürfen.

Für diese benötigt der Drohnenpilot keine Lizenz (kleiner Drohnenführerschein).

Voraussichtlich wird es in dieser speziellen Kategorie weitere spezielle Anforderungen für das Fliegen von Drohnen geben.

 

Certified

Diese zertifizierte Kategorie ist im Grunde nur für Spezialflüge gedacht. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Einsätze der Drohne in der Industrie oder eventuell auch im Transportwesen.

Vor allem in der Logistik wird bereits heute daran gearbeitet, zukünftig Zustellungen auch via Drohne durchführen zu lassen. Für solche speziellen Anwendungen wäre dann diese Kategorie gedacht.

Drohnenflüge, welche im Rahmen der zertifizierten Kategorie stattfinden, benötigen spezielle Zertifizierungsprozesse und Lizenzen. Sowohl an die Drohne wie auch an den Drohnenpiloten werden spezifische Erwartungen gestellt.

Für den privaten Bereich dürfte diese Kategorie keine große Bedeutung haben.

 

Es ist absehbar, dass sowohl für den privaten, wie auch für den gewerblichen Drohnenflug nach Verabschiedung dieser neuen EU Gesetzgebung vor allem die offene Kategorie Open im Zentrum stehen wird.

 

Drohnenklassen und Risikoklassen

Wie bereits angedeutet, beinhaltet das neue Drohnengesetz der EU nicht nur die sogenannten Anwendungsszenarien, sondern auch eine Unterteilung der Drohnen in Risikoklassen.

Diese Drohnenklassen sind eingeteilt von C0 bis C4. Bezugnehmend auf die Open Kategorie sollen diese im Nachgang kurz erläutert werden.

 

Drohnenklasse C0

Technische Anforderungen an die Drohne

In diese Risikoklasse fallen alle Drohnen, die weniger als 250 g wiegen.

Diese Drohnen müssen Spielzeuganforderungen ( Spielzeug Sicherheitsrichtlinien 2009/48/EC) genügen und dürfen zum Beispiel keine scharfen Kanten besitzen.

Weiter dürfen diese Drohnen das Geschwindigkeitslimit von 19 m/s nicht überschreiten und sie müssen über ein einstellbares Höhenlimit verfügen.

Nicht erforderlich ist hingegen die elektronische ID sowie die automatische Geo Flugbeschränkungsüberwachung.

 

Anforderungen an den Drohnenpiloten

Vor allem für den privaten Drohnenpiloten ist diese Risikoklasse attraktiv, da sich der Pilot nicht registrieren muss, um die Drohne fliegen zu dürfen. Zudem dürfen diese Minidrohnen über Menschen, allerdings nicht über Menschenansammlungen, geflogen werden (A1).

 

Drohnenklasse C1

Technische Anforderungen an die Drohne

In diese Risikoklasse fallen alle Drohnen unter 900 g Startgewicht beziehungsweise unter 80 Jule Bewegungsenergie.

Außerdem gelten auch die, in der Risikoklasse C0 erwähnten, Begrenzungen. So dürfen Drohnen dieser Klasse das Geschwindigkeitslimit von 19 m/s nicht überschreiten und auch das Höhenlimit muss einstellbar sein.

Die Drohne muss zudem über einen Fail Safe Modus Verfügung (Return to Home Funktion).

Im Gegensatz zu Risikoklasse C0 ist für die Drohne in der Klasse C1 eine elektronische ID und automatische Geo Flugbeschränkungsüberwachung vorgeschrieben.

 

Anforderungen an den Drohnenpiloten

Der Pilot muss über den kleinen Drohnenführerschein verfügen. Außerdem muss der Pilot sich registrieren und die Registrierungsnummer auf der feuerfesten Plakette der Drohne anbringen.

Es gilt die Unterkategorie A1. Über Menschen, nicht aber über Menschenansammlungen, darf geflogen werden mit der Drohne.

 

Drohnenklasse C2

Technische Anforderungen an die Drohne

In dieser Risikoklasse zählen Drohnen mit einem Startgewicht von unter 4 kg.

Auch in dieser Kategorie muss die Drohne über eine Fail Safe Funktion verfügen.

Das Höhenlimit muss einstellbar sein und die Drohne muss über einen Low Speed Modus, welcher manuell zuschaltbar ist, verfügen. Im Low Speed Modus erreicht die Drohne eine Geschwindigkeit von maximal 3 m/s. Dieser Modus ist einzuschalten, wenn die Drohne nah an Personen vorbei fliegt.

In Zahlen bedeutet das einen Mindestabstand von 5 m zu Personen.

Eine kleine Besonderheit gibt es hier dann noch. Die so genannte 1:1 Regel. Diese besagt, dass der horizontale Abstand zu Personen im gleichen Verhältnis, wie die aktuelle Flughöhe zu sein hat.

Noch mal in Zahlen heißt das für den Mindestabstand von 5 m darf die Drohne nicht höher als 5 m fliegen. Fliegt die Drohne beispielsweise 20 m hoch, so ist ein horizontaler Abstand von 20 m zu Personen ein zu halten.

Auch die elektronische ID, sowie eine automatische Geo Flugbeschränkungsüberwachung sind vorgeschrieben.

 

Anforderungen an den Drohnenpiloten

Der kleine Drohnen Führerschein ist verpflichtend. Zusätzlich muss der Drohnenpilot auch den großen Drohnen Führerschein nachweisen. Dieser theoretische Test ist in einem anerkannten Prüfzentrum vorzunehmen.

Auch in dieser Kategorie ist der Drohnenpilot verpflichtet, sich zu registrieren und seine Registrierungsnummer auf der feuerfesten Drohnenplakette anzubringen.

Drohnen dürfen in dieser Kategorie nur in einer sicheren Entfernung zum Menschen geflogen werden (unter Kategorie A2).

 

Drohnenklasse C3 & C4

Technische Anforderungen an die Drohnen

Dieser Risikoklasse sind Drohnen mit einem Startgewicht von unter 25 kg zugeordnet. Natürlich immer nur insofern, wie sie nicht in eine der anderen Klassen fallen.

Eine Besonderheit stellen hierbei Eigenbauten dar. Selbst hergestellte Drohnen über 250 g Startgewicht werden den Kategorien C3 beziehungsweise C4 zugeordnet. Alle selbstgebauten Drohnen unter 250 g Startgewicht Fall in die Klasse C0.

In diesen Risikokategorien ist kein autonomer Flug der Drohne mehr gestattet.

Die Anforderungen an eine elektronische ID und eine automatische Geo Flugbeschränkungsüberwachung scheinen in dieser Drohnenklasse etwas gelockert zu sein. Diese sind nur erforderlich, wenn sie in der genutzten Flugzone vorgeschrieben sind.

 

Anforderungen an den Drohnenpiloten

Der Pilot musst den kleinen Drohnenführerschein nachweisen. Auch in dieser Kategorie ist der Pilot verpflichtet, sich zu registrieren und die Registrierungsnummer auf der Plakette der Drohne anzubringen.

Es herrscht Unterkategorie A3, was bedeutet, dass nur entfernt von Städten geflogen werden darf, wo keine Personen gefährdet werden könnten.

 

Was bedeutet das neue Gesetz für die Praxis?

Es kann also davon ausgegangen werden, dass die meisten heute aktiven Drohnenpiloten, sich nach dieser neuen Gesetzgebung durch die EU registrieren müssen. Das bedeutet, dass alle aktuell geflogenen Drohnen auch eine neue Plakette benötigen, um der Vorgabe, dass die Registrierungsnummer darauf zu sehen sein muss, entsprechen zu können.

Was die neuen Gesetze für den Drohnenflug allgemein und für die ganzen kleinen Drohnenvermieter bedeutet, wird sich zeigen.

Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es hier vielen kleinen Gewerbetreibenden die Existenz rauben könnte.

 

 

 

Quellen: die offizielle Vorlage

 

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