Drohnenfotografie und Recht: Gilt Panoramafreiheit? Teil 3

Drohne mieten zu günstigen Preisen Blue Sky Drohnenverleih
Von Andy

Drohnenfotografie und Recht:

Gilt Panoramafreiheit und was gibt es noch zu beachten?

Teil 3

 

Wenn du Drohnenpilot bist, hast du dich bisher vermutlich noch gar nicht oder nur am Rande mit der Panoramafreiheit in der Fotografie auseinander gesetzt. Ging mir genauso.

Doch vor allem für Piloten, die oft und gerne mit einer Videodrohne unterwegs sind, ist dieses Thema aber durchaus relevant. Eine Videodrohne hat man schließlich, um auch mal Luftbilder aufzunehmen, coole Erinnerungsfotos / -videos im Urlaub oder beim Ausflug zu knipsen oder um ganz gezielt der Drohnenfotografie nachzugehen.

Egal aus welchen Gründen du mit einer Videodrohne Fotos und Videos aufnimmst, du solltest dich unbedingt mit den rechtlichen Bestimmungen auskennen, um am Ende nicht aus Unwissenheit gewaltig Probleme zu bekommen.

Panoramafreiheit in der Drohnenfotografie Objektive

 

Good News: Panoramafreiheit gilt auch für deine Drohne

Die gute Nachricht für alle Drohnenfans schon mal vorab: auch für uns gilt die Panoramafreiheit. 😎 

Das ist so weit schon mal gut, denn das bedeutet, dass du alles fotografieren und filmen darfst, was öffentlich einsehbar ist. Wenn du also in einer öffentlichen Straße läufst, kannst du alles knipsen, was du mit deinen Augen erblicken kannst. Dieses Prinzip lässt sich auf alles, was öffentlich zugänglich ist und keinem Urheberrecht unterliegt anwenden.

Das bedeutet also eine sehr große Freiheit, was das Aufnehmen von Fotos und Videos im öffentlich Raum angeht. In der Drohnenfotografie ist das nicht anders als in der herkömmlichen Fotografie. Das klingt dir dennoch zu gut um wahr zu sein? Ja, klingt es tatsächlich!

 

Der Haken in der Drohnenfotografie

Denn … Und jetzt kommt der Haken an der ganzen Geschichte: Die Panoramafreiheit gilt nur für Aufnahmen, die ohne Hilfsmittel gemacht wurden. Im Klartext heißt das, wenn du dir eine Leiter schnappst, um im Garten über die Hecke zu fotografieren, fällt das nicht mehr unter die Panoramafreiheit.Panoramafreiheit in der Drohnenfotografie Mavic Pro mit Kamera

Nun denkst du dir vielleicht: Ok, eine Leiter brauche ich nicht, denn meine Drohne kann ja fliegen. Eine Drohne im eigenen Garten fliegen zu lassen, ist natürlich kein Problem. Auf deinem Privatgrundstück darfst mit Drohnen fotografieren und filmen was das Zeug hält. Nur über die Hecke sollte die Drohne weder fliegen noch fotografieren oder filmen.

Den Begriff Panoramafreiheit kannst du dir auch als Ich-Perspektive übersetzen. Alles was du siehst, während du auf deinen eigenen Füßen läufst, darf auch deine Kamera fotografieren und filmen ohne dass dir hieraus Probleme entstehen. (Achtung Thema Urheberrecht beim Veröffentlichen von Aufnahmen)

Wie du dir sicher bereits denken kannst, fällt die Drohne unter den Begriff Hilfsmittel. Mit einer Videodrohne verlässt du definitiv die Ich-Perspektive und darfst in Deutschland bis zu 100 Meter hoch fliegen und auch aus dieser Höhe Fotos und Videos aufnehmen. Du weißt ja bereits aus meinem letzten Artikel Drohnenverordnung – Was darf ich und was nicht Teil 2, dass du nicht überall fliegen darfst. Hier gibt es klare Regeln und ähnlich ist das auch in der Drohnenfotografie.

 

Einschränkungen der Panoramafreiheit in der Drohnenfotografie

Auf die Drohnenfotografie bezogen, bedeutet das: Wenn du auf deinem privaten Grundstück auf 50 Meter aufsteigst und nun auch die Gärten deiner ganzen Nachbarn einsehen kannst, befindest du dich nicht mehr in der Ich-Perspektive. Die Panoramafreiheit dürfte in diesem Fall nicht mehr vorhanden sein. Machst du mit deiner Videodrohne nun Fotos und Videos, könnte es kritisch werden. Jedenfalls dann, wenn du deine Drohnen Videos veröffentlichen möchtest. In diesem Falle wären deine Luftbilder genehmigungspflichtig durch deine Nachbarn. Unterlass das Hochladen ins Netz im Zweifelsfall lieber, denn niemand möchte ungefragt seinen Garten oder andere private Dinge im Internet veröffentlicht sehen. Und potentiellen Ärger sparst du dir auch.

Panoramafreiheit in der Drohnenfotografie. Wohngebiet von oben

Darüber hinaus ist das Thema Drohne über Wohngebiet generell schwierig. In meinem zweiten Beitrag zur Artikelserie habe ich dir alle verbotenen Flugzonen gelistet. Das Wohngebiet gehört in Deutschland auch dazu. Auf deinem Privatgrundstück ist das Fliegen mit der Drohne kein Problem, aber um überm Wohngebiet rumfliegen zu dürfen, müsstest du zuvor alle Nachbarn um Erlaubnis fragen und dir dieses am besten auch schriftlich geben lassen. Ob der Aufwand sich lohnt, entscheidet besser jeder für sich selbst. 😉

Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt. Wenn du dich also schon mal gefragt hast: Darf eine Drohne über mein Grundstück fliegen?, so weißt du nun, dass dies ohne deine Erlaubnis nicht rechtens ist und du den Drohnenpiloten abmahnen könntest. Dabei ist es egal, ob er Fotos und Videos von deinem Grundstück aufgenommen hat oder nicht.

 

Jetzt aber nochmal kurz zurück zum Thema Panoramafreiheit und Drohnenfotografie.

Panoramafreiheit Take more photosWir haben bisher geklärt, was nicht erlaubt ist. Jetzt schauen wir mal, was man als Drohnenpilot im Sinne der Panoramafreiheit darf.

Auf deinem privaten Grundstück darfst du fliegen, auch wenn das Überfliegen vom Wohngebiet nicht gestattet ist. Das ist bereits klar und schon mal der erste Punkt. Auf Kopfhöhe darfst du dann ohne Bauchweh alles fotografieren und filmen, was auch öffentlich einsehbar wäre. Hierbei ist vor allem öffentlich einsehbar relevant. Wenn du dir das merkst, bist du schon zu einem Großteil auf der sicheren Seite.

 

Panoramafreiheit in der Drohnenfotografie: private und öffentliche Gebäude

Natürlich wäre es zu schön, wenn mit dem Thema Panoramafreiheit alle Fallstricke der Drohnenfotografie beiseite geräumt wären. Doch wir wären nicht in Deutschland, wenn nicht noch weitere bürokratische Monster auf uns warten würden.

Wir hatten ja schon geklärt, dass du alles fotografieren darfst, was du ohne Hilfsmittel öffentlich einsehen kannst. Hierbei müssen wir allerdings zwischen privaten und öffentlichen Gebäuden unterscheiden.

Bei privaten Gebäuden kann laut meiner Recherche unter bestimmten Umständen die Einwilligung des Architekten für die Veröffentlichung notwendig sein. Im öffentlichen Bereich ist das wieder etwas anders. Öffentliche Gebäude werden von Behörden verwaltet.

Ein berühmtes Beispiel ist das Schloss Neuschwanstein, was der Bayrischen Schlösserverwaltung unterliegt. Wer vom Schloss beispielsweise für kommerzielle Zwecke Fotos oder Video schießen will, wird zur Kasse gebeten. Die gewerbliche Drohnenfotografie würde dort recht teuer werden. Zudem würdest du in diesem Falle eine Aufstiegsgenehmigung benötigen. Infos dazu in meinem Artikel Drohnenverordnung Teil 2.

(Eine wunderschöne Winteraufnahmen vom Schloss Neuschwanstein, findest du in meinem Beitrag: Drohne mit Kamera- wozu?)

 

Persönlichkeitsrecht & Recht am eigenen Bild in der Drohnenfotografie

Aber nicht nur Nachbars Garten und Gebäude können kritisch werden, wenn du deine Aufnahmen veröffentlichen möchtest. Vor allem, wenn du Menschen auf deinen Bildern und Videos drauf hast, musst du besonders vorsichtig sein.

Panoramafreiheit

Beruhigen kannst du dich, wenn die Menschen nicht genau zu erkennen sind und es im Grunde jeder sein könnte. Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Person nicht identifizierbar ist. Ist das nicht möglich, musst du dir um das Persönlichkeitsrecht erstmal weniger Sorgen machen.

Anders sieht es aus, wenn ein Fremder dir nett in die Kamera lächelt und das Video später bei Youtube hochladen willst. In diesem Falle bräuchtest du das Einverständnis deines Gastschauspielers.

Theoretisch hättest du sogar bereits für die Aufnahme selbst eine Einwilligung benötigt. In der beschriebenen Konstellation kann man jedoch von einer stillschweigenden Einwilligung durch konkludentes Handeln ausgehen.

 

Die Regeln zu beachten ist nicht immer leicht

Das Recht am eigenen Bild haben nicht nur Menschen, die du im Video – vielleicht versehentlich – aufnimmst, sondern auch Leute, die von dir bewusst fotografiert werden. Fliegst du auf einer niedrigen Höhe, kann es sehr schnell passieren, dass die Menschen, die du aufnimmst, gut zu erkennen sind. Auch in diesem Falle gilt das Gleiche, wie bei deinem Gastschauspieler: Spätestens beim Veröffentlichen der Fotos benötigst du das Einverständnis der abgelichteten Person. Genau genommen schon vorher. Das ist aber manchmal einfach nicht möglich.

Wenn ich mal wieder zwecks Drohnenfotografie mit meiner Spark unterwegs bin, ist es mir schön öfter passiert, dass plötzlich jemand im Bild unbeabsichtigt auftaucht. Das passiert einfach. Deswegen ist die Rechtslage die eine Sache und die tatsächliche Praxis eine andere. Solange ich die Bilder dann nicht ins Netz stelle, ist erstmal alles gut.

 

Es gilt also auch in der Drohnenfotografie die jeweiligen Umstände genau zu beleuchten.

 

 

 

Disclaimer

Ich habe diesen Artikel nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Ich bin kein Jurist. Dieser Artikel stellt keine juristische Beratung dar. Wenn du unsicher im Umgang mit den rechtlichen Belangen im Hinblick auf deine Drohne bist, wende dich bitte an einen fachkundigen Anwalt. Alle Angaben sind ohne Gewähr und Garantie auf Vollständigkeit.

 

 

Quellen:

 

http://hoesmann.eu/fotografien-aus-dem-zug-schiff-oder-flugzeug

http://hoesmann.eu/drohne-und-recht

https://www.rechtambild.de/2015/01/urheberrecht-vs-persoenlichkeitsrecht

https://www.rechtambild.de/2015/05/filmen-und-fotografieren-mit-drohnen

https://www.digitalkamera.de/Fototipp/Personen_fotografieren_Teil_1_Personlichkeitsrecht/7676.aspx

https://www.digitalkamera.de/Fototipp/Personen_fotografieren_Teil_2_Veroffentlichungsrecht/7714.aspx

Hinterlasse einen Kommentar

*

Ich bin einverstanden mit der Datenspeicherung nach DSGVO

+ 31 = 37

0
Drohnenverordnung gilt auch für den SPARKDrohnenversicherung Drohne privat haftpflicht versichern