Drohne mieten und fliegen – 7 rechtliche Missverständnisse

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Von Andy

Drohne fliegen – Haftet der Eigentümer in jedem Fall?

Eigentlich sollte jedem klar sein, dass jeder mündige Mensch für sein Handeln stets selbst die Verantwortung trägt. Doch so wirklich komplett klar scheint das in einigen Situationen und Konstellationen nicht zu sein.

Ich habe inzwischen schon Einiges gelesen und auch an Fragen gestellt bekommen, was deutlich aufzeigt, dass das Thema Haftung beim Fliegen einer Drohne nicht immer voll durchsichtig ist.

Diese Unklarheiten beziehen sich zumeist auf den Bereich der Drohnenvermietung. Das heißt, viele scheinen einen Unterschied darin zu machen, ob sie eine Drohne kaufen und diese dann privat fliegen oder ob sie eine Drohne mieten und diese dann privat fliegen. Fakt ist aber, dass weder die eine Variante noch die andere den Drohnenpiloten von seiner Verantwortung für die von ihm gesteuerte Drohne freispricht. Der einzige rechtliche Unterschied besteht in den Eigentumsverhältnissen bzgl. der Drohne.

Wer eine Drohne kauft, ist der Eigentümer der Drohne. Wenn jemand jedoch eine Drohne mietet, weil er diese beispielsweise nur für den Urlaub, eine Hochzeit oder einen Ausflug benötigt, ist er nicht der Eigentümer der Drohne. Dennoch wird er sie in beiden Fällen besitzen und mit der Drohne fliegen.

 

Aufgrund der Wichtigkeit dieses Themas möchte ich die gängigsten Missverständnisse aufzeigen.

 

7 Missverständnisse beim Drohne mieten

 

  1. Drohnenplakette / Drohnenkennzeichen

„Mein Name steht nicht auf der Plakette / dem Drohnenkennzeichen, d.h. ich hafte nicht.“

 

Es ist korrekt, dass bei einer gemieteten Drohne der Eigentümer der Drohne auf dem Drohnenkennzeichen steht.

Das heißt allerdings nicht, dass der Mieter der Drohne nicht für sein Handeln im Umgang mit der Drohne haftet.

Das Drohnenkennzeichen dient dem Auffinden von Verantwortlichen im Falle, dass durch eine Drohne Schäden verursacht wurden und der Schadensverursacher sich nicht zu erkennen gibt. In diesem Fall würde die ermittelnde Behörde zwar in erster Instanz zur Drohnenvermietung gehen, doch könnte diese nachweisen, dass im fraglichen Zeitraum die Drohne an Mieter XY ausgeliehen war.

Ich vergleiche das immer ganz gern mit Autovermietungen, weil diese inzwischen etabliert und jedem bekannt sind. Wenn jemand ein Auto mietet, dann ist der Wagen auch während der Mietdauer auf die Vermietung zugelassen, es werden keine neuen Nummernschilder angebracht und auch der Fahrzeugschein wird nicht für jeden Mieter neu ausgestellt. Sollte ein Mieter mit dem Auto einen Unfall verursachen und sich aus dem Staub machen, weil er denkt, die Autovermietung steht ja in allen Papieren und muss deswegen jetzt für den Schaden haften, liegt er falsch und macht sich strafbar.

Auch in diesem Fall würde die ermittelnde Behörde zuerst zur Autovermietung gehen, welche der Eigentümer des Autos ist. Diese kann jedoch aufzeigen, dass der Wagen im fraglichen Zeitraum an Mieter XY ausgeliehen war und dieser somit für den Schaden verantwortlich ist.

 

Folglich kann also festgehalten werden, dass das Mieten von Drohnen den Mieter genauso in die Verantwortung zieht, wie das Kaufen einer Drohne. Dabei spielt es keine Rolle, wer auf der Drohnenplakette eingetragen ist.

 

  1. Geldbußen und Strafen

„Geldstrafen, die ich wegen Fehlverhalten mit der Drohne bekomme, muss die Drohnenvermietung zahlen.“

 

Mit Geldstrafen und Gebühren beim Fliegen von Drohnen sieht es dabei nicht viel anders aus. Der Drohnenpilot ist in jedem Falle für sein Handeln verantwortlich und sollte er durch Fehlverhalten eine Geldbuße erhalten, so muss er diese selbst begleichen.

Das Haftbarmachen der Drohnenvermietung ist auch bei Geldstrafen aufgrund von falschem Verhalten mit der Drohne nicht möglich.

Wenn wir nun wieder das Beispiel der Autovermietung heranziehen, so stellt diese Strafzettel und Blitzerstrafen dem Mieter in Rechnung. Nicht selten wird zusätzlich noch eine Bearbeitungsgebühr berechnet.

Fehlverhalten lohnt sich also weder beim Mieten von Autos, noch beim Drohne mieten.

 

  1. Unfälle und Schäden

„Für Schäden, die ich beim Drohne fliegen verursache, haftet die Drohnenvermietung.“

 

Schäden, die ein Drohnenpilot beim Fliegen einer Drohne verursacht, hat dieser stets selbst zu verantworten.

Natürlich ist er im Normalfall über die Drohnenvermietung haftpflichtversichert, wodurch die entstehenden Haftpflichtschäden abgedeckt sind und von der Drohnenversicherung reguliert werden. Doch straf- und zivilrechtlich haftet der Drohnenpilot selbst. Dies ist zum Beispiel der Fall bei grobfahrlässigem Verhalten oder wenn Personenschäden im Spiel sind.

Vor allem Personenschäden können im Hinblick auf zivilrechtliche Ansprüche (Schadensersatz, Schmerzensgeld) sehr unangenehm werden. Darum halt dich auch mit einer Mietdrohne immer an die geltenden Gesetze und flieg mit der Drohne verantwortungsbewusst. Viele Probleme lassen sich bereits mit gesundem Menschenverstand vermeiden.

 

  1. Drohnenverordnung

„Die Drohnenverordnung ist für mich nicht relevant, wenn ich eine Drohne miete.“

 

Das ist nicht korrekt. Jeder, der in Deutschland eine Drohne fliegt, ist an die geltenden Gesetze und Bestimmungen gebunden. Ausnahmen gibt es keine. Falls man eine Ausnahmeregelung benötigt, muss diese Ausnahme beantragt und bewilligt werden. Nur dann können eventuell einzelne Bestimmungen im individuellen Fall nicht oder nicht vollumfänglich zutreffen.

Solange du jedoch keine Ausnahmegenehmigung ausgestellt bekommen hast, musst du dich auch mit einer Mietdrohne an alle geltenden Gesetze halten. Das schließt das Informieren über das geltende Recht beim Drohne fliegen mit ein. Unwissen ist keine Ausrede und schützt auch nicht vor den Folgen.

Wenn du eine Drohne ausleihen und folglich auch fliegen möchtest, dann bist du verpflichtet, dich über die Drohnengesetze zu informieren.

 

Beiträge die dir beim Thema vielleicht weiterhelfen:

Drohnenverordnung – Was darf ich und was nicht Teil 1

Drohnenverordnung – Was darf ich und was nicht Teil 2

 

  1. Drohnengesetze im Ausland

„Wenn ich im Ausland mit der Drohne Gesetze breche, haftet die Drohnenvermietung.“

 

Im Ausland gilt selbstverständlich das Gleiche, wie auch in Deutschland. Der Drohnenpilot haftet für Rechtsbrüche und missachtete Gesetze. Auch wenn du eine Drohne „nur“ für den Urlaub mietest, musst du dich über die Gesetzte in deinem Urlaubsland informieren und natürlich auch an diese halten.

Du kannst niemand anderen für deine „Vergehen“ haftbar machen. Sei dir zudem dessen bewusst, dass im Ausland teilweise komplett andere Bestimmungen gelten können, als in Deutschland.

Zu dem Thema habe ich eine Artikelserie über das Fliegen von Drohnen im Urlaub geschrieben. 

 

  1. Schäden an der Drohne

„Wenn ich eine Drohne ausleihe und diese beschädige, ist das nicht mein Problem.“

 

Das ist nicht richtig. Wenn du etwas beschädigst, dann bist du nach allgemeinem Gesetz dazu verpflichtet Schadensersatz zu leisten. Das gilt auch beim Mieten von Drohnen oder anderen Dingen, wie Autos, Werkzeug, Maschinen, etc.

Was im Falle eines Schadens an der Drohne gilt, steht im Mietvertrag bzw. den AGB der Drohnenvermietung.

 

  1. Genehmigungen für das Drohne fliegen

„Behördliche Genehmigungen für meine Flüge mit der gemieteten Drohne muss die Drohnenvermietung besorgen.“

 

Du kannst es dir sicher bereits denken, auch diese Annahme ist falsch. Es spielt keine Rolle, ob du eine Drohne mietest oder gekauft hast, auch für Genehmigungen bist du selbst zuständig.

Willst du beispielsweise im kontrollierten Luftraum fliegen, dann benötigst du auf jeden Fall eine Genehmigung dafür. Diese musst du eigenständig als Drohnenpilot und Verantwortlicher einholen.

Du kannst nicht einfach mit der Drohne drauflos fliegen und wenn es Ärger gibt, sagen, dass die Drohnenvermietung die Genehmigung für dich nicht eingeholt hat.

 

 

Grundsätzlich kannst du dir also immer merken: Für alles, was du mit einer Drohne veranstaltest, egal ob du die Drohne mietest oder kaufst, bist du verantwortlich und haftbar.

 

  1. Drohnenversicherung (Zusatzpunkt)

„Meine privat gekaufte Drohne muss ich nicht versichern.“

 

Dieser Punkt gehört zwar nicht direkt zum Thema, dennoch möchte ich dieses Missverständnis hier mit erwähnen. Auch wenn es viele nicht glauben mögen, aber diese Meinung bzw. dieses Unwissen hält sich meiner Erfahrung nach hartnäckig.

Jede Drohne darf in Deutschland ausschließlich versichert in die Luft steigen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Drohne nur privat oder gewerblich genutzt wird. Eine Pflicht zur Drohnenversicherung besteht für jeden Eigentümer von Drohnen.

 

Drohne versichern mit einer Haftpflichtversicherung europaweit oder weltweit

 

Disclaimer

Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar und kann auch keine Rechtsberatung ersetzen. Solltest du rechtliche Fragen haben, wende dich an einen spezialisierten Anwalt.

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